Welpe alleine lassen: Ab wann und wie du es richtig angehst

Du hast deinen Welpen gerade nach Hause geholt und fragst dich, ab wann du ihn überhaupt alleine lassen kannst. Vielleicht musst du bald wieder arbeiten. Vielleicht steht ein Arzttermin an. Vielleicht willst du einfach kurz zum Bäcker, ohne deinen Welpen mitzunehmen.

Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir Hundemamas stellen. Und die ehrliche Antwort ist: Es gibt keine Altersgrenze, ab der es automatisch klappt. Es gibt einen Weg, wie du es aufbaust.

Warum Welpen so schwer alleine bleiben können

Ein Welpe, der gerade zu dir gekommen ist, hat seine Mutter, seine Geschwister und den einzigen Ort verloren, den er kannte. Du bist von einem Moment auf den anderen seine gesamte Sicherheit. Das ist keine Übertreibung, das ist buchstäblich so.

Imani war acht Wochen alt, als sie zu mir kam. Sie hat mir die Pfote auf den Fuß gelegt, sobald ich mich hingesetzt habe. Ich fand das schön. Ich dachte, das ist Liebe. Was ich nicht wusste: ich hab ihr damit beigebracht, dass sie ohne mich nicht sicher ist.

Das Ergebnis war, dass sie mir auf Schritt und Tritt gefolgt ist, nicht schlafen konnte, wenn ich mich bewegt habe, und absolut nicht alleine bleiben konnte, sobald ich die Wohnung verlassen habe.

Nicht weil sie ein schwieriger Welpe war. Sondern weil ich nicht wusste, wie ich ihr von Anfang an beibringen kann, dass sie auch ohne mich sicher ist.

Wie früh kannst du anfangen?

So früh wie möglich. Nicht in dem Sinn, dass du deinen Welpen mit acht Wochen stundenweise alleine lässt. Sondern in dem Sinn, dass du von der ersten Woche an kleine Momente einbaust, in denen dein Welpe lernt, dass du kurz nicht da bist und zurückkommst.

Geh kurz in die Küche. Schließ kurz die Badezimmertür. Steh kurz auf und geh in den Flur. Nicht weil du ihn testen willst, sondern weil er lernen soll, dass deine Abwesenheit für ein paar Sekunden normal ist.

Diese winzigen Momente bauen etwas auf, das man nicht sehen kann, aber das alles trägt: das Vertrauen, dass du wiederkommst.

Was die meisten in den ersten Wochen falsch machen

Fast alle Hundemamas machen in den ersten Wochen denselben Fehler: Sie sind immer da. Sie nehmen ihren Welpen überall mit. Sie wollen ihn nicht stressen. Sie wollen, dass er sich wohlfühlt.

Das klingt richtig. Es ist es nicht.

Wenn dein Welpe in den ersten Wochen nie auch nur für eine Minute alleine ist, lernt er genau das: dass er nie alleine ist. Und wenn du dann irgendwann doch weggehen musst, ist das für ihn ein Schock. Er hat das nie als Teil seines normalen Lebens kennengelernt.

Das bedeutet nicht, dass du deinen Welpen stundenlang alleine lassen sollst. Es bedeutet, dass du von Anfang an kleine, sichere Trennungsmomente einbaust, damit er weiß, wie das geht.

Wie lange darf ein Welpe alleine bleiben?

Als grobe Orientierung gilt: Welpen können ihre Blase ungefähr so viele Stunden halten, wie sie Monate alt sind, plus eine Stunde. Ein drei Monate alter Welpe schafft also ungefähr vier Stunden.

Aber das ist nur die körperliche Seite. Die emotionale Seite ist eine andere. Wie lange dein Welpe alleine bleiben kann, ohne in Panik zu geraten, hängt davon ab, wie gut er gelernt hat, dass Alleinsein sicher ist. Das baut sich auf. Das kann man trainieren. Es geht nicht von alleine.

Was du als erstes tun kannst

Fang nicht damit an, das Alleinbleiben zu üben. Fang damit an, deinem Welpen einen Platz zu geben, an dem er sich wirklich sicher fühlt. Einen Ort, der nicht mit deinem Gehen verbunden ist, sondern mit Ruhe und gutem Gefühl.

Wenn dieser Ort existiert, wenn dein Welpe gelernt hat, dort freiwillig hinzugehen, dann ist Alleinbleiben plötzlich möglich. Nicht weil du ihn gezwungen hast, sondern weil er eine Strategie hat. Er weiß, wo er hingehen kann, wenn er sich unsicher fühlt.

Mit Imani hat das Zeit gebraucht. Aber der Anfang war einfach: eine Decke, ein gutes Gefühl, kein Druck.

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